WIR SUCHEN AUFGEWECKTE
BERUFSORIENTIERUNG INTERAKTIV

12.01.2012

Konjunktur: Lage noch gut

Konjunkturumfrage:
Geschäftslage und Geschäftserwartungen
Laut Umfrage befindet sich die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen weiterhin auf einem hohen Niveau. 93 % der Betriebe bewerteten ihre wirtschaftliche Situation als gut oder befriedigend, nur 7 % gaben eine negative Beurteilung der eigenen Lage ab. Das bedeutet: Allen Krisengefahren zum Trotz hat sich die heimische Metall- und Elektro-Industrie im vergangenen Jahr beachtlich geschlagen. Dagegen haben sich die Erwartungen für das Jahr 2012 deutlich eingetrübt. Zwar zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, dass die Mitgliedsunternehmen des MAV ihre eigene wirtschaftliche Entwicklung auf Jahressicht häufig pessimistischer einschätzen als ihre aktuelle Lage. In der diesjährigen Umfrage fällt die Eintrübung jedoch besonders prägnant aus. So sank der Anteil der Unternehmen, die in den nächsten 12 Monaten mit besseren Geschäften rechnen, von 34 % auf 13 %. Von gleich bleibend guten Geschäften gehen immerhin 56 % aus. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unternehmen, die auf Jahressicht eine Verschlechterung erwarten, von 6 % auf 22 %.

Entwicklung der Auftragslage
Die Entwicklung der Auftragslage ist ein wichtiges Indiz dafür, wie der Konjunkturtrend in den kommenden Monaten verlaufen wird. Danach deutet einiges auf eine auf eine konjunkturelle Ankühlung in der heimischen Metall- und Elektro-Industrie im Jahr 2012 hin. Horst-Werner Maier-Hunke. „Wir gehen davon aus, dass die Dynamik der Auftragseingänge bei unseren Mitgliedsunternehmen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland in den nächsten Monaten merklich nachlassen wird. Beurteilten vor einem Jahr noch 86 % der Unternehmen die Entwicklung der Auftragslage aus dem Inland als besser oder gleich gut (Ausland 88 %), waren es zum Jahreswechsel 2011/2012 nur noch 67 % (Ausland 59 %).“

Ertragslage
Die Ertragslage ist zum Jahreswechsel 2011/2012 zufrieden stellend. 38 % der Firmen bezeichnen ihre gegenwärtigen Erträge als gut und 49 % als befriedigend. Auf der anderen Seite machen 13 % Verluste. Der Saldo zwischen gut/befriedigend einerseits und schlecht andererseits liegt damit praktisch auf Vorjahreshöhe. Die Erwartungen für das Jahr 2012 sehen allerdings schlechter aus. Die Zahl der Firmen, die mit besseren Erträgen rechnen sinkt von 33 % auf 21 %, spiegelbildlich steigt die Zahl der pessimistischen Einschätzungen von 11 % auf
23 %.

Belegschaftsentwicklung und Ausbildungsplätze
Die Beschäftigungspläne der M + E- Unternehmen im Bereich des Märkischen Arbeitgeberverbandes sind per Saldo weiter positiv, der Beschäftigungsanstieg wird sich aber verlangsamen. So beabsichtigen nur noch 18 % der Betriebe im Jahr 2012 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. In der Umfrage vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 27 %. Mehr als drei Viertel der Firmen wollen ihre Belegschaftsstärken halten, nur 6 % plant die Zukunft mit weniger Personal.
Gleichzeitig nehmen die Probleme der Mitgliedsunternehmen des MAV zu, geeigneten Fachkräftenachwuchs zu gewinnen. Jedes vierte Unternehmen sieht im Fachkräftemangel eine Gefahr für seine geschäftliche Entwicklung in den kommenden Monaten. Der Fachkräftemangel bleibt also unabhängig von der nachlassenden Konjunktur eine Herausforderung für die heimische Wirtschaft. Die Betriebe begegnen diesem Problem mit einer Vielzahl von Maßnahmen – allen voran mit der Stärkung des eigenen Nachwuchses. 80 % werden im Jahr ihre Ausbildungsquote beibehalten, 16 % planen sogar eine Ausweitung.

Geplante Investitionen
Etwas zurückhaltender als vor einem Jahr zeigen sich die Unternehmen bei ihren Investitionsplänen. Nur noch jedes vierte Unternehmen will in 2012 seine Investitionen ausweiten, 39 % wollen ihr Investitionsvolumen aufrechterhalten.
Investitionen sind nicht nur ein wichtiger Treiber für Wachstum und Erhalt eines Unternehmens, sie müssen auch finanziert werden. In dieser Hinsicht
ist im vergangenen Jahr Entspannung eingekehrt. Die Bankkreditvergabe ist nach einer Untersuchung des Vereins Creditreform weniger restriktiv geworden, allerdings haben sich die Anforderungen an den Kreditnehmer wie beispielsweise die Sicherheitenstellung erhöht. Als Investitionshemmnis gelten Finanzierungsprobleme aber kaum noch. Dazu Maier-Hunke: „Das ist die positive Seite der Medaille. Die negative ist, dass sich die Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Region zunehmend auch in der Investitionsneigung der Unternehmen niederschlagen. So hat sich im Jahresvergleich trotz verbesserter finanzieller Rahmenbedingungen die Zahl der Unternehmen, die ihr Investitionsbudget kürzen wollen, von 5 % auf 15 % verdreifacht.“


Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung 2012
In der aktuellen Umfrage hat der MAV erstmals auch die Unternehmen nach konkreten Risikofaktoren für ihre wirtschaftliche Entwicklung gefragt. Wenig überraschend befürchtet fast jedes zweite Unternehmen (47 %) negative Auswirkungen durch die Staatsschulden- und Eurokrise. Den größten Unsicherheitsfaktor aber stellt die Entwicklung bei den Energie- und Rohstoffpreisen dar. 70 % der Betriebe sehen hier für das Jahr 2012 Risiken für die eigene Geschäftstätigkeit. Denn nur die wenigsten können Einfluss auf ihre Energie- und Rohstoffkosten nehmen oder Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben. Mit sinkenden Aufträgen im neuen Jahr rechnet rd. ein Drittel der Unternehmen.